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Arbeiten in Deutschland

Anerkennung von Abschlüssen

Sie haben im Ausland einen Berufsabschluss erworben oder Ihren Master gemacht und sind nun auf der Arbeitssuche in Sachsen? Dann können Sie Ihre Abschlüsse anerkennen lassen. Dies hat viele Vorteile für Ihre Bewerbung und sichert eine Ihrer Ausbildung entsprechende Einstufung durch den Arbeitgeber*.

Zum 01.08.2015 wurde ein neuer Aufenthaltstitel zur Berufsanerkennung eingeführt, der die Durchführung von Anpassungsmaßnahmen von bis zu 18 Monaten ermöglicht, wenn diese für die Feststellung der Gleichwertigkeit einer ausländischen Berufsqualifikation oder für die Berufserlaubnis erforderlich sind.

Während der Qualifizierung zur Berufsanerkennung kann eine von der Bildungsmaßnahme unabhängige Beschäftigung von bis zu zehn Wochenstunden ausgeübt werden.

Auch eine zeitlich uneingeschränkte Beschäftigung ist möglich. Dies setzt aber zwingend voraus, dass diese in einem engen berufsfachlichen Zusammenhang mit dem anzuerkennenden Beruf steht und bereits ein verbindliches Arbeitsplatzangebot für eine spätere Beschäftigung in dem anzuerkennenden Beruf vorliegt (Beispiel: Eine Tätigkeit als Altenpflegehelfer während der Berufsanerkennung ist möglich, wenn eine verbindliche Zusage für die spätere Beschäftigung als Altenpfleger vorliegt).

*)Um verständlich zu bleiben, müssen wir uns an einigen Stellen auf die gesetzlich vorgegebenen Personenbezeichnungen beschränken, es sind damit immer Männer und Frauen gemeint.– d.Red.

Selbstständige und Gewerbetreibende

Wenn Sie ein Gewerbe betreiben wollen und planen, sich selbstständig zu machen, sind Sie dazu verpflichtet, dieses Gewerbe anzumelden. Ausnahmen gibt es nur für Freiberufler und Unternehmen der Land- und Forstwirtschaft.

Als Arbeitnehmer bei einem Unternehmen: Wann brauche ich eine Erlaubnis zur Beschäftigung?

Was sie als Arbeitnehmer beim Abschluss eines Arbeitsvertrages beachten müssen, erfahren Sie hier:

In der Regel ist für die Beschäftigung die vorherige Genehmigung der Ausländerbehörde erforderlich. Zunächst aber ist zu klären, ob Sie eine Erlaubnis zur Beschäftigung brauchen oder nicht:

Arbeitnehmerfreizügigkeit für Bürger der Europäischen Union

Staatsangehörige der EU-Mitgliedsstaaten haben das Recht auf Arbeitnehmerfreizügigkeit, sie dürfen sich eine Arbeit in einem anderen EU-Land suchen und dieser nachgehen. Eine Arbeitsgenehmigung bedürfen sie hierfür nicht.

Die Arbeitnehmerfreizügigkeit gilt auch für Staatsangehörige der Staaten des Europäischen Wirtschaftsraums (also außer den EU-Staaten noch Norwegen, Island und Liechtenstein) und der Schweiz. Lediglich nach drei Monaten besteht eine Meldepflicht bei einer örtlichen Behörde.

Achtung: Die Meldepflicht nach drei Monaten bezieht sich auf das Arbeitsverhältnis. Unabhängig von der Aufnahme einer Arbeit besteht eine Meldepflicht, sobald Sie eine Wohnung in Sachsen beziehen. Dann müssen Sie sich innerhalb von 14 Tagen nach Wohnungsbezug bei der örtlichen Gemeinde anmelden.

Staatsgehörige von Staaten außerhalb der Europäischen Union und des Europäischen Wirtschaftsraumes (Drittstaaten)

Personen aus sogenannten Drittstaaten benötigen einen Aufenthaltstitel, der eine Beschäftigungserlaubnis beinhalten muss.

Aufenthaltstitel sind Visum, Aufenthaltserlaubnis, Blaue Karte EU, Niederlassungserlaubnis und Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EU. Visum, Aufenthaltserlaubnis und Blaue Karte EU sind befristete Aufenthaltstitel und werden für bestimmte Zwecke erteilt.

Wenn Sie als Ausländer eine Niederlassungserlaubnis besitzen, sind Sie zur Ausübung jeglicher Erwerbstätigkeit berechtigt. Eine Niederlassungserlaubnis ist weder zeitlich noch räumlich beschränkt und enthält keine Nebenbestimmungen.

Nähere Auskünfte erteilen die Ausländerbehörden.

Hinweis: Für die Herkunftsstaaten Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Mazedonien, Montenegro und Serbien gilt seit 1. Januar 2016 bis 31. Dezember 2020 ein besonderes Beschäftigungsverfahren. Sie können für alle Berufe, Ausbildungen und Helfertätigkeiten eine Aufenthaltserlaubnis erhalten, auch wenn sie keine qualifizierte Berufsausbildung haben oder ihre berufliche Qualifikation in Deutschland nicht anerkannt ist. Ausgenommen sind Tätigkeiten als Leiharbeitnehmer.

Voraussetzungen sind, dass ein konkretes Arbeitsplatzangebot von einem Arbeitgeber in Deutschland zum 1. Januar 2016 oder später vorliegt und dass ein entsprechendes Visum bei der jeweils zuständigen deutschen Auslandsvertretung im Herkunftsstaat gestellt wird. Zudem dürfen Sie innerhalb von 24 Monaten vor der Beantragung des Visums keine Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz in Deutschland bezogen haben, es sei denn Sie hatten ihren Asylantrag nach dem 1. Januar 2015 und vor dem 24. Oktober 2015 in Deutschland gestellt, haben sich am 24. Oktober 2015 noch in Deutschland aufgehalten haben und sind danach unverzüglich ausgereist sind. Für diese Personengruppe ist eine Wiedereinreise ab dem 1. Januar 2016 möglich, sofern auf sie die genannten Voraussetzungen zutreffen und die zuständige deutsche Ausländerbehörde einer Wiedereinreise zustimmt.

Ausländische Studierende und Berufsschüler

Ausländische Studierende oder Berufsschüler, die die Staatsangehörigkeit eines EU / EWR-Staates oder der Schweiz besitzen, können uneingeschränkt in Deutschland arbeiten.

Studierende aus Drittstaaten dürfen maximal 120 Tage beziehungsweise 240 halbe Tage im Jahr arbeiten. Die Aufenthaltserlaubnis zu Studienzwecken schließt die Ausübung studentischer Nebentätigkeiten an Hochschulen ein. Für solche Beschäftigungen sind keine weiteren Genehmigungen erforderlich.

Für eine betriebliche Berufsausbildung ist in der Regel die Zustimmung der Arbeitsverwaltung erforderlich, da es sich um ein Beschäftigungsverhältnis handelt. Diese wird von der zuständigen Ausländerbehörde in einem internen Verfahren bei der Bundesagentur für Arbeit eingeholt. Schulische Berufsausbildungen, einschließlich vorgeschriebener Praktika, die nicht einem Beschäftigungsverhältnis gleichzusetzen sind, bedürfen hingegen keiner Zustimmung der Arbeitsverwaltung.

Während der Berufsausbildung kann eine von der Berufsausbildung unabhängige Beschäftigung von bis zu zehn Wochenstunden ausgeübt werden.

Für darüber hinaus gehende Beschäftigungen, beispielsweise als Arbeitnehmer in Teilzeit, benötigen Studierende und Berufsschüler, die nicht einem der EU / EWR-Staaten oder der Schweiz angehören, eine Arbeitserlaubnis-EU beziehungsweise eine Aufenthaltserlaubnis, die diese Beschäftigung beinhaltet. Gegebenenfalls muss die Bundesagentur für Arbeit der Beschäftigung zustimmen. In der Regel gilt jedoch, dass sich Studierende oder Berufsschüler hauptsächlich zur Ausbildung in Deutschland aufhalten. Eine über die genannten Beschäftigungsmöglichkeiten hinausgehende Beschäftigungserlaubnis wird daher kaum erteilt.

Zustimmung durch die Bundesagentur für Arbeit

Damit Ausländer einen Aufenthaltstitel erhalten, der die Beschäftigungserlaubnis beinhaltet, wird häufig die Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit benötigt. Diese wird durch die Ausländerbehörden eingeholt.

Hinweis: Es gibt auch Beschäftigungen, die ohne Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit ausgeübt werden können.

In manchen Fällen, in denen keine Zustimmung erforderlich ist, müssen Arbeitgeber die Beschäftigung anzeigen. Das heißt, bevor der Arbeitnehmer seiner Tätigkeit nachgeht, muss die Bundesagentur für Arbeit informiert worden sein. Informieren Sie sich direkt bei dem zuständigen Team der Bundesagentur für Arbeit über die Bestimmungen im Besonderen.

Für dauerhaft in Deutschland wohnende Ausländer kann eine Zustimmung erteilt werden, die keine weiteren Beschränkungen kennt. Dies ist beispielsweise der Fall für Personen, die in Deutschland aufgewachsen sind und einen Schulabschluss erworben oder eine Berufsausbildung absolviert haben. Für weitere Informationen wenden Sie sich an die Bundesagentur für Arbeit oder die Ausländerbehörde.

Asylbewerber und geduldete Ausländer

Asylbewerber und geduldete Ausländer benötigen eine Erlaubnis zur Beschäftigung. Sie können nach drei Monaten mit gestattetem oder geduldetem Aufenthalt in Deutschland zum Arbeitsmarkt zugelassen werden. Keiner Mindestaufenthaltsdauer und keiner Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit bedarf die Erteilung einer Erlaubnis zur Ausübung:

  • einer Berufsausbildung in einem staatlich anerkannten oder vergleichbar geregelten Ausbildungsberuf,
  • einer Beschäftigung, die keiner Erlaubnis nach der Beschäftigungsverordnung bedarf oder
  • einer Beschäftigung von Ehegatten, Lebenspartnern, Verwandten und Verschwägerten ersten Grades eines Arbeitgebers in dessen Betrieb, wenn der Arbeitgeber mit diesen in häuslicher Gemeinschaft lebt.

Bei Geduldeten dürfen zudem keine Versagungsgründe vorliegen. Dies ist gegeben, wenn:

  • sie sich nach Deutschland begeben haben, um Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz zu erlangen, oder
  • aufenthaltsbeendende Maßnahmen aus Gründen, die sie selbst zu vertreten haben, nicht vollzogen werden können oder
  • aus einem sicheren Herkunftsstaates nach § 29a des Asylgesetzes kommen und ihr nach dem 31. August 2015 gestellter Asylantrag abgelehnt wurde

Die Zustimmung der Arbeitsverwaltung bedarf für Beschäftigungen in alle Bezirke der Arbeitsagenturen im Freistaat Sachsen keiner Vorrangprüfung durch die Bundesagentur für Arbeit

Diese Regelung gilt zunächst aber nur befristet bis zum 05.08.2019.

Nach vierjährigem, ununterbrochenem Aufenthalt in Deutschland bedarf die Erteilung einer Erlaubnis zur Beschäftigung grundsätzlich keiner Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit.

Asylbewerber können hingegen sofort Arbeitsgelegenheiten ausüben. Eine Arbeitsgelegenheit ist kein Beschäftigungsverhältnis.

Weitere Informationen

 

Impressum  (Freistaat Sachsen)

Freistaat Sachsen
Sächsische Staatskanzlei



Der Freistaat Sachsen ist eine Körperschaft des Öffentlichen Rechts. Er wird vertreten durch den Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich.

Verantwortlich im Sinne von § 55 Abs. 2 RStV:
Christian Hoose (Regierungssprecher)


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