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Schule

In Sachsen sind alle Schüler – unabhängig von Art und Schwere ihrer Behinderung sowie von Art und Ausprägung des sonderpädagogischen Förderbedarfs – in die schulische Erziehung, Bildung und Ausbildung einbezogen.

Allgemeinbildende Förderschulen

Für Kinder und Jugendliche, die wegen einer Beeinträchtigung an anderen allgemeinbildenden Schulen nicht ausreichend integriert werden können und über einen längeren Zeitraum eine sonderpädagogische Förderung benötigen, gibt es in Sachsen eine Vielfalt von Förderorten und -formen.

Eine Säule der sonderpädagogischen Förderung in Sachsen ist die Unterrichtung von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf in der Förderschule. Die zweite Säule ist die Begleitung der schulischen Integration von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf in der Grund- und Oberschule sowie im Gymnasium, die Beratung der Lehrer und die Bereitstellung der notwendigen sonderpädagogischen Förderung. Sonderpädagogische Förderung erfolgt darüber hinaus in den Bereichen Beratung, Prävention, Kooperation sowie interdisziplinäre Zusammenarbeit.

Der Einzelfall zählt

Die Integration spielt eine besondere Rolle. Nicht behinderte und behinderte Kinder können gemeinsam lernen, wenn an der Schule die erforderliche besondere Förderung gewährleistet ist. Die Frage nach dem richtigen Lernort lässt sich nur im Einzelfall beantworten und hängt vor allem davon ab, welcher persönliche sonderpädagogische Förderbedarf bei der Schülerin oder dem Schüler gegeben ist. Dabei gilt der Grundsatz, so viel gemeinsamen Unterricht wie möglich und so viel sonderpädagogische Förderung wie notwendig anzubieten.

Schwerpunktmäßig wird die lernzielgleiche Unterrichtung von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf in den Förderschwerpunkten körperliche und motorische Entwicklung, Hören, Sehen sowie emotionale und soziale Entwicklung sowie auch im Förderschwerpunkt Sprache realisiert. Bei lernzielgleicher Integration werden alle Schüler nach den gleichen Lehrplänen oder Rahmenrichtlinien unterrichtet.

Lernzieldifferente Unterrichtung nur in der Grundschule

Die lernzieldifferente Unterrichtung von Kindern und Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf in den Förderschwerpunkten Lernen und geistige Entwicklung wird derzeit an Grundschulen praktiziert. Die lernzieldifferente Integration von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf in den Förderschwerpunkten Lernen und geistige Entwicklung in der Sekundarstufe wird in Sachsen mit grundsätzlichem Inkrafttreten des „Gesetzes zur Weiterentwicklung des Schulwesens im Freistaat Sachsen“ am 01.08.2018 möglich.

Um das Recht junger Menschen mit sonderpädagogischem Förderbedarf auf Bildung und Erziehung weiterhin auf dem anerkannt hohen Niveau zu sichern, ist die allgemeinbildende Förderschule für den Freistaat Sachsen auch künftig unverzichtbar.

Verschiedene Schultypen

In acht verschiedenen Förderschultypen werden die Schüler auf ein selbstständiges Leben in der Gemeinschaft vorbereitet. Dabei wird versucht, die (Wieder-)Eingliederung in andere allgemeinbildende Schulen zu ermöglichen. Sonderpädagogisch ausgebildete Lehrer, eine spezielle Ausstattung der Schulen sowie die Klassenstärken richten sich nach den Bedürfnissen und individuellen Lernvoraussetzungen der Kinder und Jugendlichen. Förderschultypen im Bereich der allgemeinbildenden Förderschulen sind:

  • Schule für Erziehungshilfe
  • Schule zur Lernförderung
  • Schule für Körperbehinderte
  • Sprachheilschule
  • Schule für geistig Behinderte
  • Schule für Hörgeschädigte
  • Schule für Blinde und Sehbehinderte
  • Klinik- und Krankenhausschule

Es gibt Förderschulen, die mit einer Heimunterbringung verbunden sind, wenn sonst die Erfüllung der Schulpflicht nicht gewährleistet werden kann. Die Unterbringung in einer Förderschule mit Heim bedarf der Zustimmung der Eltern. An den meisten Förderschulen sind Beratungsstellen eingerichtet, die von Eltern, Lehrern und Schülern in Anspruch genommen werden können.

An den Förderschulen können die Abschlüsse der übrigen Schularten erworben werden.

Eigenständiger Bildungsgang

Für die Schulen zur Lernförderung und die Schulen für geistig Behinderte gibt es einen eigenständigen Bildungsgang mit einem jeweils entsprechenden Lehrplan.

An den sächsischen Schulen, die geistig behinderte Schüler unterrichten, tritt zum Schuljahr 2017/2018 ein neuer Lehrplan in Kraft. Wesentliches Ziel des Lehrplans ist es, diese jungen Menschen noch besser auf gesellschaftliche und berufliche Teilhabe vorzubereiten. Der Bereich „Arbeit und Beruf“ ist auch ausdrücklich gegenüber dem bisherigen Lehrplan aus dem Jahre 1998 gestärkt. Der neue Lehrplan entspricht damit nun auch dem Lehrplanmodell, welches den Lehrplänen aller anderen Schularten zu Grunde liegt. Der Lehrplan nimmt ferner die nach dem im April 2017 beschlossenen Schulgesetz geltende Bezeichnung dieser Förderschulen als „Schulen mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung“ auf.

Die Einführung des neuen Lehrplans wird durch eine flächendeckend angelegte Fortbildung wirksam unterstützt. Zusätzlich zu der bereits initiierten schulinternen Fortbildung werden ab dem kommenden Schuljahr in allen Regionalstellen der Sächsischen Bildungsagentur bedarfsorientierte regionale Fortbildungen angeboten. Sie stehen Lehrkräften und pädagogischen Fachkräften offen und sollen einen wesentlichen Beitrag leisten, dass die im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung tätigen Pädagogen ihre anspruchsvolle Aufgabe mit viel Geduld und Kreativität zum Erfolg zu führen können.

Der neue Lehrplan ist auch online verfügbar:

Seit dem Schuljahr 2009/2010 können die Schüler auch an Schulen zur Lernförderung und an den Schulen für geistig Behinderte einen eigenen Schulabschluss erwerben.

An der Schule zur Lernförderung wird der Hauptschulabschluss ohne Teilnahme an einer besonderen Leistungsfeststellung erworben.

Die anderen Förderschultypen orientieren sich in ihren Bildungsgängen mit ihrem Bildungsangebot an den Lehrplänen der anderen allgemeinbildenden Schulen (gilt für Grundschule, Oberschule und Gymnasium).

Sonderpädagogischer Förderbedarf

Die Regionalstellen der Sächsischen Bildungsagentur (ab 01.01.2018 Landesamt für Schule und Bildung) entscheiden über das sonderpädagogische Förderangebot und den schulischen Lernort auf der Grundlage eines förderpädagogischen Gutachtens und nach eingehender Prüfung des Elternwunsches. Die Feststellung der Pflicht zum Besuch der Förderschule (Aufhebung zum 01.08.2018 nach Inkrafttreten des am 11.04.2017 beschlossenen „Gesetzes zur Weiterentwicklung des Schulwesens im Freistaat Sachsen“) schließt einen Wechsel in eine andere allgemeinbildende Schule nicht aus.

Lässt die Entwicklung eines Schülers erkennen, dass kein sonderpädagogischer Förderbedarf mehr besteht, hebt die Sächsische Bildungsagentur (ab 01. Januar 2018 Landesamt für Schule und Bildung) die Verpflichtung zum Besuch der Förderschule (Aufhebung zum 01.08.2018 nach Inkrafttreten des am 11.04.2017 beschlossenen „Gesetzes zur Weiterentwicklung des Schulwesens im Freistaat Sachsen“) auf. Die aufnehmende allgemeinbildende Schule erhält von der abgebenden Förderschule für die weitere Entwicklung der Schülerin oder des Schülers Fördervorschläge.

 

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   17.07.2017

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