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Landesblindengeld und andere Nachteilsausgleiche beantragen

Allgemeine Informationen

Blinde Menschen sind im Alltag besonders benachteiligt. Durch ihre Behinderung sind sie mit einem besonderen materiellen Mehraufwand konfrontiert. Zum Ausgleich ist sowohl im Zwölften Buch Sozialgesetzbuch (SGB XII) als auch in den jeweiligen Landesgesetzen der einzelnen Bundesländer die Gewährung einer Blindenhilfe vorgesehen.

Für Sachsen gilt das Gesetz über die Gewährung eines Landesblindengeldes und anderer Nachteilsausgleiche (LBlindG). Bei diesem handelt es sich um eine monatlich fortlaufend gewährte, pauschalierte Geldleistung. Nach diesem Gesetz erhalten folgende Gruppen Geldleistungen, unabhängig von Einkommen und Vermögen:

  • blinde Menschen
  • hochgradig sehschwache Menschen
  • gehörlose Menschen
  • schwerstbehinderte Kinder

Die Leistungen im Einzelnen sind:

  • für volljährige blinde Menschen: EUR 333,00
  • für blinde Menschen, die das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet haben: EUR 249,75
  • für hochgradig Sehschwache: EUR 52,00
  • für Gehörlose: EUR 103,00
  • für schwerstbehinderte Kinder: EUR 77,00

Eine jährliche Anpassung findet nicht statt.

Hinweis: Wenn Sie Leistungen der häuslichen Pflege in Anspruch nehmen oder wenn für Sie eine vollstationäre Versorgung erforderlich ist, verringert sich das Landesblindengeld beziehungsweise die Leistung der Blindenhilfe im Einzelfall nach den Regelungen des Sozialgesetzbuchs – dabei sind Kürzungen bis zu 50 Prozent zu erwarten.

Zuständige Stelle

Stadtverwaltung oder Landratsamt

Geben Sie Ihren Wohnort ein:

Voraussetzungen

  • Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt im Freistaat Sachsen
  • Grenzgänger, die eine Beschäftigung oder selbständige Tätigkeit in Sachsen ausüben
  • entsendete Arbeitnehmer, die für ein deutsches Unternehmen eine Beschäftigung im Ausland ausüben
  • Nicht-EU-Bürger, die ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis in Sachsen haben

Blindheit:

  • das Augenlicht fehlt vollständig
  • die Sehschärfe beträgt auf keinem Auge und auch nicht bei beidäugiger Prüfung mehr als 1/50
  • nicht nur vorübergehende Störungen des Sehvermögens, dass sie der Beeinträchtigung der Sehschärfe – wie im vorigen Punkt beschrieben – gleichzusetzen sind
  • hochgradige Sehschwäche:

    • die Sehschärfe beträgt auf keinem Auge und auch nicht bei beidäugiger Prüfung mehr als 1/20
    • die Einschränkung des Sehvermögens bedingt einen Grad der Behinderung von 100, aber Blindheit liegt noch nicht vor
  • Gehörlosigkeit:

    • wenn allein wegen der Taubheit und der mit der Taubheit einhergehenden schweren Störung des Spracherwerbs (bei angeborener oder bis zum siebenten Lebensjahr erworbener Taubheit oder an Taubheit grenzender Schwerhörigkeit) oder Sprachstörung (bei späterem Erwerb) ein Grad der Behinderung von 100 festgestellt wird
  • Schwerstbehinderung bei Kindern:

    • der Grad der Behinderung beträgt 100
    • das 18. Lebensjahr wurde noch nicht vollendet
  • Verfahrensablauf

    Den Erstantrag oder Änderungsantrag stellen Sie schriftlich auf dem hierfür vorgeschriebenen Formular oder Sie geben ihn bei der zuständigen Stelle mündlich zur Niederschrift.

    • Rufen Sie das zutreffende Antragsformular (Erst- oder Änderungsantrag) über Amt24 ab oder fordern Sie es von der zuständigen Stelle in Papierform an.
    • Füllen Sie den Antrag vollständig aus, achten Sie vor allem darauf, dass Sie Ihre behandelnden Ärzte eintragen und den Antrag unterschreiben.
    • Die zuständige Stelle steht Ihnen bei der Antragstellung zur Seite, um Ihre Fragen zu beantworten und Ihnen beim Ausfüllen zu helfen.

    Erforderliche Unterlagen

    Die Antragsvordrucke erhalten Sie auch in Papierform bei der zuständigen Stelle.

    Weitere Unterlagen

    • gegebenenfalls Nachweise der Beeinträchtigung der Sehfähigkeit

    Fristen

    keine

    Kosten (Gebühren)

    keine

    Rechtsgrundlage

     

    Marginalspalte

    Kontakt zur Redaktion

    Sie brauchen weitere Informationen?

    Fragen Sie Amt24!

    freigegeben durch:

    Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz

       29.09.2016

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