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Umgangsregelung für das Kind bei Gericht beantragen

Allgemeine Informationen

Sind alle Vermittlungsversuche gescheitert, den Umgang der Eltern mit dem Kind einvernehmlich zu regeln, hat jeder Umgangsberechtigte die Möglichkeit, einen gerichtlichen Antrag auf Regelung des Umgangs zu stellen.

Unter Mitwirkung des Jugendamtes entscheidet das Familiengericht, wie sich der Kontakt zu einem Elternteil und zu Dritten gestalten soll. Sollte der Einfluss bestimmter Angehöriger dem Kind nachhaltig schaden, kann der Familienrichter das Umgangsrecht vorübergehend oder auf Dauer einschränken oder ganz ausschließen.

Eine mildere Lösung wäre, dass die betreffenden Angehörigen das Kind in Gegenwart eines Dritten sehen dürfen. So könnte etwa ein Vertreter der Jugendhilfe die Besuche als Vermittler begleiten (begleiteter Umgang).

Hinweis: Umgangsberechtigte haben nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz Anspruch auf Beratung und Unterstützung. Das Jugendamt berät kostenlos zu Fragen des Umgangsrechts.

Zuständige Stelle

Familiengericht am Amtsgericht

Bitte geben Sie den Wohnort des Kindes bzw. den Gerichtsort des Scheidungsverfahrens ein:

Voraussetzungen

  • Ein Elternteil wünscht sich mehr Umgang beziehungsweise andere Zeiten des Umgangs
  • Eine Einigung mit dem betreuenden Elternteil ist nicht, auch nicht mit Hilfe des Jugendamts, möglich.

Verfahrensablauf

Wenn Sie sich mit dem anderen Elternteil nicht über den Umgang mit ihrem Kind einigen können, wenden Sie sich bitte zunächst ans Jugendamt. Ist trotz Vermittlung eine einvernehmliche Regelung nicht möglich, können Sie als umgangsberechtigter Elternteil eine gerichtliche Entscheidung erwirken.

  • Den Antrag auf Regelung des Sorgerechts können Sie selbst bei Gericht einreichen, zur umfassenden Wahrung Ihrer Rechte ist jedoch ist die Vertretung durch eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt angeraten.
  • Das Gericht wird innerhalb eines Monats nach Antragstellung einen Erörterungstermin anberaumen. Hier können die Eltern ihre Wünsche und Bedenken zum Ausdruck bringen. Das Jugendamt ist beteiligt und nimmt am Termin teil.

  • Das Gericht muss im Verlauf des Verfahrens in der Regel auch das Kind anhören. Für das Kind kann ein Verfahrensbeistand als "Anwalt oder Anwältin des Kindes" bestellt werden.

  • Erst wenn trotz aller Bemühungen keine Einigung erzielt werden kann, entscheidet das Familiengericht, wie sich der Kontakt zu einem Elternteil oder zu anderen Personen gestalten soll.

Umgangspflegschaft (Kontaktaufnahme unter Vermittlung eines Dritten)

Das Gericht kann eine Ergänzungspflegschaft anordnen (Umgangspfleger). Dann müssen der Vater oder die Mutter das Kind an den bestellten Pfleger herausgeben, damit dieser den Kontakt zum anderen Elternteil oder zu Dritten herstellt.

Die Bestellung eines Umgangspflegers ist auch auf Anregung der Beteiligten möglich. Idealerweise einigen sich die Betroffenen selbst auf eine Vertrauensperson. Der Umgangspfleger bespricht die Umgangsregelungen mit allen Beteiligten (Eltern, Kind und gegebenenfalls Dritten) und sorgt dafür, dass sich alle an die Vereinbarungen halten.

Dem zuständigen Familiengericht obliegt es, den Umgangspfleger zu bestellen und später von seiner Aufgabe wieder zu entbinden.

Fristen

keine

Kosten (Gebühren)

keine

Hinweise (Besonderheiten)

Kindesherausgabe bei Verweigerung

Sollten Mutter oder Vater den gerichtlich festgelegten Umgang auf Dauer verhindern, kann das Gericht sie oder ihn zur Herausgabe des Kindes verpflichten. Der Anspruch ist auch mit Zwangsmitteln durchsetzbar. Möglich ist es in solchen Fällen auch, dem betreuenden Elternteil das Sorgerecht für den Umgang überhaupt zu entziehen.

Rechtsgrundlage

 

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Andreas Kunze-Gubsch (Pressesprecher des Sächsischen Staatsministeriums des Innern)

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   23.08.2017

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