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Opfer von Gewalttaten, Entschädigung beantragen

Antrag auf Gewährung einer Leistung nach dem Gesetz über die Entschädigung für Opfer von Gewalttaten (Opferentschä­digungsgesetz, OEG)

Allgemeine Informationen

Wenn Sie Opfer einer Gewalttat geworden sind, so können Sie vom Staat unter bestimmten Umständen eine Entschädigung erhalten. Die Bedingungen regelt das Opferentschädigungsgesetz (Gesetz über die Entschädigung der Opfer von Gewalttaten / OEG).

Die Leistungen bei Gewalttaten in der Bundesrepublik Deutschland orientieren sich inhaltlich an den Leistungen, die das Bundesversorgungsgesetz (Gesetz über die Versorgung der Opfer des Krieges – BVG) vorsieht und können etwa in der Übernahme von Heilbehandlungskosten, aber auch in Rentenleistungen für Beschädigte oder deren Hinterbliebene bestehen. Die Höhe der Entschädigung variiert je nach Einzelfall.

Beschädigte infolge einer Gewalttat im Ausland können (unter bestimmten Umständen) Heil- und Krankenbehandlung sowie Einmalzahlungen in Höhe der anerkannten Schädigungsfolgen erhalten.

Zuständige Stelle

Voraussetzungen

Sie haben einen Anspruch auf Versorgung nach dem Opferentschädigungsgesetz, wenn Sie in der Bundesrepublik Deutschland oder im Ausland Opfer eines vorsätzlichen und rechtswidrigen tätlichen Angriffs (zum Beispiel eines Raubüberfalls oder einer Vergewaltigung) geworden sind und dabei einen gesundheitlichen Schaden davon getragen haben.

Auch wenn Sie einen solchen Angriff rechtmäßig abgewehrt haben und dadurch verletzt wurden, kann ein Anspruch bestehen.

Antragsberechtigte

  • deutsche Staatsangehörige
  • Staatsangehörige eines Mitgliedstaats der Europäischen Gemeinschaft
  • unter bestimmten Voraussetzungen sonstige ausländische Staatsangehörige

Sie haben nur dann einen Anspruch auf Leistungen nach dem Opferentschädigungsgesetz, wenn Sie die Schädigung nicht selbst verursacht oder durch Ihr Verhalten provoziert haben.

Hinweis: Treffen Ansprüche nach dem Opferentschädigungsgesetz mit anderen Ansprüchen zusammen, so kann der Anspruch nach dem Opferentschädigungsgesetz entfallen oder gemindert werden.

Verfahrensablauf

Antragstellung

Den Antrag auf die entsprechende Leistung stellen Sie bitte schriftlich auf dem hierfür vorgeschriebenen Vordruck, beachten Sie dazu auch die Hinweise im Merkblatt.

  • Rufen Sie das für Sie zutreffende Antragsformular und das Merkblatt auf und drucken Sie die Dokumente aus.
  • Füllen Sie den Antrag vollständig aus, fügen Sie das Datum und Ihre Unterschrift hinzu.
  • Senden Sie den Antrag an die zuständige Stelle.
  • Die zuständige Stelle schreibt Sie an und sendet Ihnen die weiteren Antragsunterlagen zu.

Antragsprüfung und Bescheid

Der Sachverhalt wird von Amts wegen aufgeklärt. Die Beteiligten sind verpflichtet, dabei mitzuwirken. Die Verwaltungsbehörde kann

  • Auskunftspersonen und Sachverständige anhören,
  • Gutachten und amtliche Auskünfte einholen sowie
  • Urkunden beschaffen oder verlangen, dass diese von den Beteiligten vorgelegt werden.

Mit Einverständnis oder auf Wunsch der Antragstellenden oder Versorgungsberechtigten kann die Verwaltungsbehörde von den jeweiligen Trägern Krankenpapiere, Aufzeichnungen und ähnliche Unterlagen zur Einsicht heranziehen.

Sie erhalten schriftlich Bescheid, ob und in welchem Umfang Sie Opferentschädigung erhalten.

Formulare & Online-Dienste

Erforderliche Unterlagen

  • Antragsformular für die entsprechende Leistung
  • Nachweise und Unterlagen auf Anforderung

Fristen

  • Antragsfrist:
    Antrag auf Opferentschädigung innerhalb eines Jahres nach der erlittenen Tat
  • Leistungsgewährung:
    bei bestehendem Anspruch rückwirkend ab dem Monat der Gewalttat
Hinweis: Wird die einjährige Antragsfrist nach der erlittenen Tat überschritten, können Leistungen nur noch ab dem Monat der Antragstellung und für die Zukunft gewährt werden.

Rechtsgrundlage

 

Impressum  (Freistaat Sachsen)

Freistaat Sachsen
Sächsisches Staatsministerium des Innern

Der Freistaat Sachsen ist eine Körperschaft des Öffentlichen Rechts. Er wird vertreten durch den Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich.

Verantwortlich im Sinne von § 55 Abs. 2 RStV:
Andreas Kunze-Gubsch (Pressesprecher des Sächsischen Staatsministeriums des Innern)

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   29.09.2016

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