Landeserziehungsgeld beantragen

Antrag auf Landeserziehungsgeld nach dem Sächsischen Landeserziehungsgeldgesetz (SächsLErzGG)

Als Eltern, die im Freistaat Sachsen leben, können Sie im 2. oder im 3. Lebensjahr Ihres Kindes auf Antrag ein Landeserziehungsgeld erhalten. Mit dem Landeserziehungsgeld unterstützt der Freistaat Sachsen besonders jene Eltern, die nach der Geburt Ihres Kindes länger zu Hause bleiben und Ihr Kind selbst betreuen und erziehen möchten.

Wie lange wird Landeserziehungsgeld gezahlt?

Landeserziehungsgeld wird Ihnen längstens bis zum vollendeten 3. Lebensjahr Ihres Kindes gezahlt und zwar für folgende Zeiträume:

Bei Beginn des Bezugs von Landeserziehungsgeld im 3. Lebensjahr Ihres Kindes:

  • beim 1. und 2. Kind: für 9 Monate
  • ab dem 3. Kind: für 12 Monate

(jeweils unter der Voraussetzung, dass Sie für dieses Kind seit seinem vollendeten 14. Lebensmonat keinen mit staatlichen Mitteln geförderten Platz in einer Kindertageseinrichtung oder staatlich geförderte Kindertagespflege in Anspruch genommen haben)

sonst

  • beim 1. Kind: für 5 Monate
  • beim 2. Kind: für 6 Monate
  • ab dem 3. Kind: für 7 Monate.

Bei Beginn des Bezugs von Landeserziehungsgeld im 2. Lebensjahr Ihres Kindes:

  • beim 1. Kind: für 5 Monate
  • beim 2. Kind: für 6 Monate
  • ab dem 3. Kind: für 7 Monate.
Bei der Anzahl der Kinder berücksichtigt werden nur Ihre eigenen Kinder oder die Ihres Partners, die mit Ihnen in einem Haushalt leben. Außerdem muss Ihnen oder Ihrem Partner für diese Kinder Kindergeld gezahlt werden. Als Partner gelten hier Ehegatten, Lebenspartner oder Partner in eheähnlicher Gemeinschaft.

In welcher Höhe wird Landeserziehungsgeld gezahlt?

In allen Fällen beträgt das Landeserziehungsgeld monatlich

  • für Ihr 1. Kind: EUR 150,00
  • für Ihr 2. Kind: EUR 200,00
  • ab Ihrem 3. Kind: EUR 300,00

Das Landeserziehungsgeld ist eine einkommensabhängige Leistung. In voller Höhe wird es Ihnen bis zu folgenden Einkommensgrenzen gezahlt:

  • bis EUR 24.600 bei Paaren
  • bis EUR 21.600 bei Alleinerziehenden
  • jeweils zuzüglich EUR 3.140 je weiteres Kind.
Bei diesen Höchstgrenzen handelt es sich um ein pauschaliertes Jahresnettoeinkommen.

Für Geburten bis zum 31.12.2017 gelten noch folgende Einkommensgrenzen:

  • bis EUR 17.100 bei Paaren
  • bis EUR 14.100 bei Alleinerziehenden
  • jeweils zuzüglich EUR 3.140 je weiteres Kind.
Hinweise:
  • Übersteigt das Einkommen diese Grenzen, verringert sich das Landeserziehungsgeld schrittweise. Für Geburten ab 01.01.2015 wird die Leistung ab dem 3. Kind unabhängig vom Einkommen gewährt.
  • Beträge von weniger als EUR 10 Landeserziehungsgeld monatlich werden nicht ausgezahlt.

Wie ist das Verhältnis zu anderen Leistungen?

Landeserziehungsgeld wird zusätzlich zu verschiedenen Sozialleistungen, wie zum Beispiel dem Arbeitslosengeld II (kurz "ALG II", auch "Hartz IV" genannt), dem Sozialgeld oder der Sozialhilfe, gezahlt. Es darf bei einkommensabhängig gewährten Sozialleistungen nicht als Einkommen angerechnet werden, da es den Eltern zusätzlich zur Verfügung stehen soll.

Landeserziehungsgeld können Sie erst im Anschluss an den Bezug von Basiselterngeld erhalten. Ein Bezug parallel zum ElterngeldPlus hingegen ist möglich.

Onlineantrag und Formulare

Hinweis: Sobald Sie eine Postleitzahl oder einen Ort angegeben haben, können wir Ihnen an dieser Stelle den Onlineantrag und die Formulare der zuständigen Stelle anzeigen. Ort angeben

Zuständige Stelle

Eltern-/Erziehungsgeldstelle der Stadtverwaltung oder des Landratsamtes

Hinweis: Sobald Sie eine Postleitzahl oder einen Ort angegeben haben, können wir Ihnen an dieser Stelle weitere Informationen zu der für Sie zuständigen Stelle anzeigen. Ort angeben
Warum soll ich einen Ort angeben?
Mit Hilfe der Ortsangabe können wir die für Sie passenden Informationen, Formulare, Dienste und Ihre zuständige Stelle anzeigen.
Welchen Ort soll ich angeben?
Zum Beispiel Ihren Wohnort, wenn Sie einen Reisepass beantragen wollen oder den Unternehmensstandort, wenn Sie ein Gewerbe anmelden möchten.

Leistungsdetails

Voraussetzungen

  • Ihr Hauptwohnsitz oder Ihr gewöhnlicher Aufenthalt ist in Sachsen.
  • Sie leben mit einem Kind, für das Ihnen die Personensorge zusteht, zusammen in einem Haushalt.
  • Dieses Kind betreuen und erziehen Sie selbst.
  • Sie nehmen für dieses Kind keinen mit staatlichen Mitteln geförderten Platz in einer Kindertageseinrichtung oder staatlich geförderten Kindertagespflege in Anspruch. In besonderen Fällen sind Ausnahmen möglich, zum Beispiel, wenn Sie sich in Ausbildung befinden.
  • Während des Bezugs von Landeserziehungsgeld arbeiten Sie gar nicht oder höchstens 30 Stunden pro Woche.

Daneben haben Sie auch in bestimmten Ausnahmefällen Anspruch auf Landeserziehungsgeld. Dies betrifft zum Beispiel Entsandte, Stiefeltern, dritte Personen in Härtefällen, ausländische Mitbürger mit bestimmten Aufenthaltstiteln und Grenzgänger.

Verfahrensablauf

Landeserziehungsgeld beantragen Sie schriftlich bei der für Ihren Wohnsitz zuständigen Elterngeld-/Erziehungsgeldstelle ("zuständige Stelle").

  • Das Antragsformular für das Landeserziehungsgeld einschließlich aller dazugehöriger Unterlagen beziehen Sie online hier über Amt24 ("Onlineantrag und Fomulare"). Alternativ erhalten Sie diese auch bei allen Elterngeld-/Erziehungsgeldstellen.
  • Den vollständig ausgefüllten und unterschriebenen Antrag geben Sie bei der zuständigen Elterngeld-/Erziehungsgeldstelle persönlich ab oder schicken diesen per Post.

Benötigen Sie Auskünfte oder haben Sie konkrete Fragen zu Ihrem möglichen Anspruch, wenden Sie sich bitte an die für Sie zuständige Elterngeld/Erziehungsgeldstelle.

Erforderliche Unterlagen

Formulare

  • Antrag
  • Bescheinigungen
  • Erklärung zum Einkommen

Ob Sie weitere Unterlagen einreichen müssen, entnehmen Sie bitte dem Antrag beziehungsweise dem Merkblatt zum Antrag auf Landeserziehungsgeld.

Fristen

  • Antragstellung: frühestens 3 Monate vor Beginn des gewählten Leistungszeitraumes
  • rückwirkende Zahlunng: maximal bis zu 1 Monat vor Antragstellung

Freigabevermerk

Sächsisches Staatsministerium für Soziales, Familie und Verbraucherschutz. 24.05.2019