Sonderformen des Insolvenzverfahrens

Um das Insolvenzverfahren an unterschiedliche Bedingungen anzupassen, sieht die Insolvenzordnung (InsO) Sonderformen vor. Daneben gibt es besondere Verfahrensarten, die vor allem durch den Gegenstand der Insolvenz bestimmt sind.

Zum einen besteht unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit der Eigenverwaltung unter Aufsicht eines Sachwalters. Das soll Schuldner zu einem frühzeitigen Zeitpunkt zur Antragstellung motivieren.

Von größerer Bedeutung ist das Verbraucherinsolvenzverfahren. Es ist ausschließlich für natürliche Personen als Verbraucher vorgesehen. Der Gesetzgeber trägt damit der Situation Rechnung, dass immer mehr Privathaushalte in Deutschland zahlungsunfähig sind.

Nachlassinsolvenzverfahren

Diese Verfahrensart kommt in Betracht, wenn im Rahmen eines Nachlasses Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit besteht. Zweck ist es, das zum Nachlass gehörende Vermögen vom Eigenvermögen des oder der Erben zu trennen.

Zur Antragstellung ist jeder Nachlassgläubiger, jeder Erbe, jeder Nachlassverwalter, Nachlasspfleger oder Testamentsvollstrecker berechtigt. Für Nachlassgläubiger gilt allerdings eine zweijährige Ausschlussfrist nach Annahme der Erbschaft.

Für Erben ist das Nachlassinsolvenzverfahren insbesondere dann interessant, wenn sie die erbrechtliche Ausschlagungsfrist versäumten: Durch das Verfahren lässt sich die Haftung für Nachlassverbindlichkeiten reduzieren.

Grenzüberschreitende Insolvenzverfahren

Ein in einem anderen Staat eröffnetes Insolvenzverfahren wirkt grundsätzlich über die Landesgrenzen hinweg. Daneben kann unter bestimmten Voraussetzungen ein weiteres Insolvenzverfahren eröffnet werden, das auf im Inland belegene Vermögenswerte beschränkt ist.

Keine zugeordnete Leistungen vorhanden.

Keine zugeordnete Elektronische Antragsstellung vorhanden.

Freigabevermerk

Sächsische Staatskanzlei, Redaktion Amt24