Akteneinsicht in Unterlagen des ehemaligen DDR-Staatssicherheitsdienstes ("Stasi-Unterlagen") beantragen

Jedermann hat das Recht, einen Antrag auf Einsicht in die seine Person betreffenden Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR zu stellen. Die Unterlagen zu vermissten oder verstorbenen Personen sind unter den einschränkenden Bedingungen des Stasi-Unterlagen-Gesetzes für Angehörige ausnahmsweise zugänglich.

Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR werden von der Stasi-Unterlagen-Behörde (BStU) erschlossen und verwaltet.

Regionalisierung

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(keine Ortsauswahl erforderlich)

Leistungsdetails

Voraussetzungen

  • Antragsberechtigte: nahestehende Angehörige
  • berechtigtes Interesse / berechtigter Zweck
  • überwiegende schutzwürdige Interessen Betroffener bleiben unberührt

Ein Zugang ist ausgeschlossen, wenn ein entgegenstehender Wille des Vermissten oder Verstorbenen vorliegt.

Verfahrensablauf

Den Antrag auf Einsicht in die Stasi-Unterlagen können Sie auf den bereitstehenden Vordrucken oder online stellen.

  • Den Antragsvordruck beziehen Sie online über das BStU-Internetportal (Formulare-Link in Amt24).
  • Füllen Sie den Antrag aus und reichen Sie ihn mit den erforderlichen Nachweisen persönlich oder schriftlich beim Bundesbeauftragten für Stasi-Unterlagen (BStU) oder seinen Außenstellen ein.
  • Sie erhalten eine schriftliche Bestätigung über den Antragseingang..

Online-Antrag

Für die Antragstellung benötigen Sie

  • einen neuen Personalausweis / elektronischen Aufenthaltstitel mit freigeschalteter Online-Ausweisfunktion.
  • ein Kartenlesegerät oder ein geeignetes Smartphone zum Auslesen des Ausweisdokumentes
  • die "AusweisApp2"
  • Scanner oder Digitalkamera zum Hochladen der Nachweise

Den Antrag erstellen Sie mit Hilfe eines elektronischen Assistenten auf der Internetplattform des BStU.

  • Folgen Sie dem Link zum Online-Antrag und füllen Sie die Datenfelder nach Anleitung aus. Sie können die Angaben jederzeit zwischenspeichern und zu einem späteren Zeitpunkt vervollständigen.
  • Sind alle Datenfelder befüllt, können Sie Ihren Antrag als PDF erzeugen.
  • Sie erhalten eine schriftliche Bestätigung über den Antragseingang.

Erforderliche Unterlagen

  • Personalausweis bzw. Identitätsfeststellung durch die ortszuständige Meldebehörde

bei Auskunft zu vermissten oder verstorbenen Angehörigen:

  • Nachweise über das Verwandtschaftsverhältnis (zum Beispiel Geburtsurkunden)
  • Vermisstenanzeige/Sterbeurkunde des nahen Angehörigen

bei Verwandten dritten Grades außerdem:

  • Nachweis, dass keine nahen Angehörigen vorhanden sind

Kosten (Gebühren)

  • für schriftliche Auskunft an Betroffene, an Dritte oder nahe Angehörige Vermisster oder Verstorbener: keine
  • Auslagen (etwa für die Herausgabe von Duplikaten): werden ab einer Höhe von EUR 2,56 angerechnet
  • Duplikate von Papiervorlagen und verfilmten Akten: EUR 0,03 bis EUR 0,26 je Seite (DIN A4 bzw. DIN A3)

Bearbeitungsdauer

  • erste Auskunft: innerhalb eines halben Jahres

Aufgrund der hohen Anzahl von Anträgen und der aufwendigen Vorarbeiten kann es in der Folge zu einer längeren Wartezeit bis zur Einsichtnahme in die Unterlagen kommen.

Freigabevermerk

Sächsische Staatskanzlei, Redaktion Amt24; mit freundlicher Unterstützung durch die Außenstelle Dresden der Behörde des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR. 13.12.2018