Auskunft bei der Deutschen Dienststelle (WASt) beantragen

Die Deutsche Dienststelle (WASt) ging aus der ehemaligen Wehrmachtsauskunftsstelle für Kriegerverluste und Kriegsgefangene hervor und untersteht heute der Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales. Sie nimmt als Berliner Behörde vornehmlich überregionale Aufgaben wahr und wird deshalb durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) unterstützt. Die Dienststelle unterliegt nicht den Bestimmungen des Bundesarchivgesetzes sondern eigenen datenschutzrechtlichen Vorgaben.

Die WASt verwahrt hauptsächlich personenbezogenes, militärisches Schriftgut aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges. Gemäß den Gesetzesvorgaben des Personenstandswesens sowie zahlreicher Kriegsfolgegesetze erfüllt sie unter anderem folgende Aufgaben:

  • Erstattung von Kriegssterbefallanzeigen
  • Bescheinigungen im Rahmen von Todeserklärungsverfahren
  • Klärung von Vermisstenschicksalen
  • Nachweis von Kriegsgräbern
  • Registrierung von Nachlässen und Zustellung an die nächsten Angehörigen
  • Dienstzeitbescheinigungen für Rentenzwecke
  • Nachweise in Angelegenheiten der Kriegsopferversorgung
  • Nachweise über Kriegsgefangenschaft, Staatsangehörigkeit sowie über Orden und Ehrenzeichen
  • Identifizierung unbekannter, toter Soldaten durch Entschlüsselung der aufgefundenen Erkennungsmarken
  • Bearbeitung von Anfragen sogenannter "Kriegskinder" nach ihren leiblichen deutschen Vätern zur Vaterschaftsklärung und der damit verbundenen Aufenthaltsermittlungen und Familienzusammenführung
  • Auskünfte und gutachterliche Stellungnahmen im Zusammenhang mit der strafrechtlichen Verfolgung von nationalsozialistischen Gewaltverbrechen zu nationalen und internationalen Amts- und Rechtshilfeersuchen
  • Grablagenüberprüfung für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. (VDK) für geplante Umbettungen gemäß bilateraler Kriegsgräberabkommen mit der ehemaligen UdSSR

Außerdem werden Auskünfte an Behörden und Privatpersonen im In- und Ausland zur Feststellung der Staatsangehörigkeit, zu Ordensverleihungen, zu Erkennungsmarkenfunden (ohne Gebeine), im Rahmen historischer Forschung, der Kameraden- und Zeugensuche, zu Einsatzräumen, in Erbrechtsangelegenheiten und über militärische Werdegänge erteilt.

Regionalisierung

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(keine Ortsauswahl erforderlich)

Leistungsdetails

Voraussetzungen

Sie müssen eine der folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Vollmacht des Betroffenen
  • berechtigtes Interesse und eine Vollmacht des nächsten lebenden Angehörigen
  • eigener Rechtanspruch

Verfahrensablauf

Anträge können Sie per Post, Telefax oder E-Mail unter Angabe einer vollständigen Absenderanschrift übermitteln. Zudem haben Sie die Möglichkeit, einen Antrag über die Internetpräsenz der Dienststelle abzuschicken.

Personenbezogene Auskünfte werden aus datenschutzrechtlichen Gründen ausschließlich auf dem Postweg versandt.

Erforderliche Unterlagen

Zur Bearbeitung von Anfragen werden Name, Vorname und Anschrift des Antragstellers, der Grund der Anfrage, das Verhältnis zum Betroffenen sowie möglichst dessen vollständige Personalien benötigt. Sollten Tatsachen wie zum Beispiel Truppenteile, Kommandos oder Dienstgrad bekannt sein, geben Sie diese bitte ebenfalls an. Gegebenenfalls sind weitere, auch urkundliche, Nachweise beizufügen.

Fristen

Mit einer Bearbeitungszeit von mehreren Monaten muss gerechnet werden.

Kosten (Gebühren)

Gemäß Verwaltungsgebührenordnung des Landes Berlin werden dem Antragsteller in der Regel EUR 8 pro Seitenauskunft in Rechnung gestellt. Für Kopien bis zum Format DIN A3 fallen gegebenenfalls EUR 0,50 pro Seite an. Der Umfang einer Auskunft liegt häufig bei zwei bis drei Seiten.

Rechtsgrundlage

Freigabevermerk

Sächsische Staatskanzlei, Redaktion Amt24; mit freundlicher Unterstützung durch die Deutsche Dienststelle (WASt) für die Benachrichtigung der nächsten Angehörigen von Gefallenen der ehemaligen deutschen Wehrmacht. 11.12.2018