Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur", Nachrangdarlehen beantragen (GRW-Darlehen) (SAB)

Antrag auf Gewährung öffentlicher Finanzierungshilfen für kleine und mittlere Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft im Rahmen der regionalen Wirtschaftsförderung, Nr. 05041

Neben dem Investitionszuschuss - Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" (GRW) - unterstützen die Europäische Union und der Freistaat Sachsen Investitionsvorhaben kleiner und mittlerer Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft auch mit zinsgünstigen Nachrangdarlehen.  [...]

Ziel der Förderung ist es, wettbewerbsfähige Arbeitsplätze in Sachsen zu schaffen beziehungsweise vorhandene Arbeitsplätze dauerhaft zu sichern. Die Investitionsvorhaben sollen so dazu beitragen, dass sich die Einkommensituation verbessert und die regionale Wirtschaftsstruktur stärkt.

Bei Nachrangdarlehen tritt der Kreditgeber im Rang hinter die Forderungen aller übrigen Fremdkapitalgeber zurück. Diese Eigenkapital-nahe Funktion verbessert die Kapitalstruktur und die Bonität eines Unternehmens. Auch kleinen und mittleren Unternehmen, die nicht über genügend bankübliche Sicherheiten verfügen, wird auf diese Weise der Zugang zu weiteren Finanzierungsmitteln ermöglicht.

Sollten Sie für ein Vorhaben einen Investitionszuschuss im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" (GRW) beantragen, können Sie zur Gesamtfinanzierung ergänzend ein GRW-Nachrangdarlehen in Anspruch nehmen.

Für welche Vorhaben können Sie ein GRW-Nachrangdarlehen beantragen?

Mit dem Nachrangdarlehen werden produktive Investitionen, die zur Schaffung und Erhaltung dauerhafter Arbeitsplätze beitragen, gefördert. Das können sein:

  • Errichtung oder Ausbau der Kapazitäten einer bestehenden Betriebsstätte
  • Wachstumsvorhaben, die auf der Ausweitung der Produktion (Diversifizierung) oder auf der grundlegenden Änderung des gesamten Produktionsverfahrens einer bestehenden Betriebsstätte basieren
  • Erwerb eines Betriebes, der stillgelegt oder von Stilllegung bedroht ist, durch einen unabhängigen Investor (kleine Unternehmen können auch von Familienmitgliedern der ursprünglichen Eigentümer oder von ehemaligen Beschäftigten übernommen werden).

Die geförderten Wirtschaftsgüter müssen nach Abschluss des Finanzierungsvorhabens für mindestens weitere fünf Jahre in der geförderten Betriebsstätte verbleiben und geschaffenen Arbeitsplätze tatsächlich besetzt, zumindest aber auf dem Arbeitsmarkt dauerhaft angeboten werden.

Gebrauchte Wirtschaftsgüter können – wenn es sich um die Übernahme einer stillgelegten oder von Stilllegung bedrohten Betriebsstätte handelt oder der Antragsteller sich in der Gründungsphase befindet - dann gefördert werden, wenn sie nicht von verbundenen oder verflochtenen Unternehmen erworben werden und nicht bereits früher mit öffentlichen Mitteln gefördert wurden.

Welche Kosten können nicht berücksichtigt werden?

  • Ausgaben für die Ersatzbeschaffung von Wirtschaftsgütern
  • Anschaffungs- und Herstellungskosten von Fahrzeugen und ähnlichem, die primär dem Transport dienen
  • Ausgaben für die geringwertige Wirtschaftsgüter
  • Investitionen in nicht betriebsnotwendige Einrichtungen
  • der alleinige Erwerb von Vermögensanteilen
  • Bauzeitzinsen
  • Investitionen in Energieerzeugungsanlagen, für die ein Vergütungsanspruch nach dem Gesetz für den Ausbau erneuerbarer Energien (EEG 2014) besteht
  • Investitionen in bestimmten Betriebsstätten nach Anlage 2 der Richtlinie (zum Beispiel Appartementhotels, Fitnesscenter, Kegel- und Bowling-Bahnen und andere).

Konditionen

Gegenstand der Förderung
Sicherung vorhandener Dauerarbeitsplätze oder Schaffung zusätzlicher Dauerarbeitsplätze

Art der Förderung
nachrangiges Darlehen zur Projektförderung (Anteilsfinanzierung)

Höhe
Investitionsvolumen

  • mindestens EUR 70.000

Mindest-/Höchstbetrag

  • mindestens EUR 20.000
  • maximal EUR 5 Millionen je Investitionsvorhaben
    (bis zu EUR 500.000 je neu geschaffenen Arbeitsplatz und bis zu EUR 250.000 je gesichertem Arbeitsplatz)

Der Anteil an den förderfähigen Investitionskosten (Anteilsfinanzierung) beträgt bis zu 75 % der förderfähigen Ausgaben.

Laufzeiten

  • bis zu 15 Jahre Laufzeit möglich
  • maximal 2 tilgungsfreie Jahre

Tilgung

  • unter Berücksichtigung der tilgungsfreien Jahre in gleich hohen vierteljährlichen Raten
  • vorzeitige Tilgung ohne Entschädigung möglich

Auszahlung
100 %

  • bis EUR 150.000 Darlehensbetrag vorab
  • ab EUR 150.000 Darlehensbetrag in drei Tranchen
    (Erste Tranche vorab, ab der zweiten Tranche nach Verwendungsnachweis über zweckentsprechende Verwendung der zuvor ausgezahlten Tranche)

Zinssatz / Konditionen
Festzinssatz für die gesamte Darlehenslaufzeit

Hinweis: Ihr Zinssatz wird für Sie individuell ermittelt. Er orientiert sich an der Entwicklung des Kapitalmarktes und richtet sich nach der von der Hausbank anzugebenden 1-Jahres-Ausfallwahrscheinlichkeit.

Weitere Informationen zu Konditionen, Zinsbindung und Verzinsung erhalten Sie im Förderportal der SAB.

Beihilfe
Das GRW-Darlehen wird ausschließlich als De-minimis-Beihilfe angeboten.

(Details: siehe Förderbaustein / Programmseite der SAB)

Hinweis: Es besteht kein Rechtsanspruch auf diese Förderung.

Regionalisierung

Ändern

(Ortsauswahl nicht möglich)

Leistungsdetails

Voraussetzungen

Antragsberechtigte

Unternehmen ausgewählter Branchen der gewerblichen Wirtschaft einschließlich der Tourismuswirtschaft in Sachsen sowie gemeinnützige außeruniversitäre wirtschaftsnahe Forschungseinrichtungen

  • kleine und mittlere Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft

Sitz des Unternehmens / der zu fördernden Betriebsstätte in Sachsen oder aber die bestehende Absicht, eine Betriebsstätte in Sachsen zu unterhalten

  • überregionaler Absatz
  • mindestens 25 % Eigenbeitrag zur Finanzierung (dieser Beitrag muss beihilfefrei sein)
  • Vorlage eines bilanzbasierten Ratings
  • Investitionsvolumen mindestens EUR 70.000

Von der Förderung ausgeschlossen sind

  • Investitionen in nicht-mittelständische Unternehmen
  • Unternehmen in Schwierigkeiten
  • Unternehmen aus bestimmten Branchen
  • neu gegründete Unternehmen beziehungsweise noch nicht etablierte Unternehmen ("Start-up-Unternehmen"), die über kein bilanzbasiertes Rating verfügen
  • Unternehmen, deren Gesellschafter zu mehr als 50 Prozent Banken, Versicherungen, Bund, Land oder Kommunen sind.

Verfahrensablauf

  • Lassen Sie sich möglichst frühzeitig von einem Experten Ihrer Hausbank beraten, die Sie bei der Kreditvergabe begleitet. Nutzen Sie auch das Beratungsangebot der SAB.
  • Den Antrag reicht Ihre Hausbank für Sie ein, die Antragsformulare liegen dort vor.
  • Ihr Bankberater füllt den Vordruck für Sie aus. Einen Musterantrag können Sie im Internet einsehen ("Antrag und Dokumente").
  • Ihre Hausbank leitet Ihren Antrag mit der Einstufung und den übrigen erforderlichen Unterlagen an die SAB.
  • Die SAB prüft die Unterlagen auf Vollständigkeit und Förderwürdigkeit des Investitionsvorhabens und entscheidet über eine Darlehenszusage.
  • Bei positivem Votum ergeht eine Darlehenszusage an die Hausbank.
  • Nimmt die Hausbank das Darlehensangebot an, verpflichtet sie sich das Darlehen an den Darlehensnehmer zu festgeschriebenen Konditionen weiter zu leiten.

Darlehen in Kombination mit GRW-Investitionszuschuss

Füllen Sie neben dem Darlehensantrag auch den Antrag für die Förderung "Investitionszuschuss – Gemeinschaftsaufgabe 'Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur' (GRW)" vollständig aus und fügen Sie die notwendigen Anlagen bei.

Erforderliche Unterlagen

Abhängig davon, ob Sie für das geplante Vorhaben nur ein GRW-Darlehen oder ein GRW-Darlehen in Kombination mit einem GRW-Zuschuss beantragen möchten, müssen Sie unterschiedliche Antragsformulare verwenden. Die Formulare stehen nicht online zur Verfügung, bei Interesse sendet die SAB Ihnen die Formulare zu.

Fristen

  • Antragstellung: vor Beginn des Vorhabens
Tipp: Starten Sie mit Ihrem Vorhaben erst, wenn Ihnen der Zuwendungsbescheid der SAB vorliegt oder deren Zustimmung zum vorzeitigen Beginn. Dazu zählt bereits der Abschluss eines Liefer- oder Leistungsvertrages.

Kosten (Gebühren)

  • Antragstellung: keine
  • Bereitstellungsprovision: 0,25 % / Monat (ab der 13. Woche nach Datum der Darlehenszusage)

Freigabevermerk

Sächsische Staatskanzlei, mit freundlicher Unterstützung durch die Sächsische Aufbaubank – Förderbank – (SAB). 18.06.2018