Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) durch Eröffnung des Insolvenzverfahrens auflösen

Die vorliegende Beschreibung informiert Sie über das Verfahren bei Auflösung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) aufgrund der Eröffnung des Insolvenzverfahrens.

Darüber hinaus kommen für die Auflösung einer GmbH weitere, hier nicht berücksichtigte Gründe in Betracht. Dazu zählen beispielsweise:

  • der Gesellschafterbeschluss
  • der Ablauf der Zeit, die im Gesellschaftsvertrag für das Bestehen der GmbH bestimmt wurde
  • die gerichtliche Entscheidung über eine Auflösungsklage, insbesondere Auflösungsurteil wegen Vorliegen eines wichtigen Grundes (zum Beispiel Unmöglichwerden der Zweckerreichung)
  • die Entscheidung der Verwaltungsbehörde, wenn die Gesellschaft das Gemeinwohl dadurch gefährdet, dass die Gesellschafter gesetzeswidrige Beschlüsse fassen oder gesetzwidrige Handlungen der Geschäftsführer wissentlich geschehen lassen und keine milderen Mittel zur Gefahrenabwehr zur Verfügung stehen
  • die Verfügung des Registergerichts wegen Satzungsmängeln
  • die Ablehnung der Eröffnung des Insolvenzverfahrens mangels Masse
  • die Löschung der Gesellschaft wegen Vermögenslosigkeit
Hinweis: Für die GmbH & Co. KG gelten Besonderheiten, die hier nicht dargestellt werden.

Regionalisierung

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Leistungsdetails

Voraussetzungen

Die GmbH wird durch die Eröffnung des Insolvenzverfahrens aufgelöst. Voraussetzungen sind:

  • das Vorliegen eines Eröffnungsgrundes
    • eingetretene oder drohende Zahlungsunfähigkeit
    • Überschuldung
  • ein Insolvenzantrag durch einen Gläubiger oder durch die GmbH selbst (Eigenantrag) und
  • ausreichend Vermögen der Gesellschaft, um die Kosten des Verfahrens zu decken (Anderenfalls weist das Insolvenzgericht den Eröffnungsantrag mangels Masse ab; der rechtskräftige Abweisungsbeschluss führt automatisch zur Auflösung der GmbH.)

Verfahrensablauf

Im Fall der Auflösung einer GmbH durch Insolvenz wird die Eintragung ins Handelsregister von Amts wegen vorgenommen, insoweit entfällt die Anmeldepflicht der Gesellschafter.

Die Abwicklung erfolgt nach den allgemeinen Regeln der Insolvenz: Das Vermögen der Gesellschaft wird durch den Insolvenzverwalter beschlagnahmt. Ferner macht der Insolvenzverwalter die noch fälligen Einlagen gegenüber den Gesellschaftern geltend, soweit sie zur Befriedigung der Gläubiger erforderlich sind und verwertet das Gesellschaftsvermögen.

Kosten (Gebühren)

Kosten im Rahmen des Insolvenzverfahrens sowie für die Eintragungen im Handelsregister

Rechtsgrundlage

Freigabevermerk

Sächsische Staatskanzlei, Redaktion Amt24. 23.08.2017