Gründungs- und Wachstumsfinanzierung sowie Liquiditätshilfemaßnahmen (GuW) (SAB)

Antrag auf Gewährung eines Förderdarlehens aus dem Programm "Gründungs- und Wachstumsfinanzierung / GuW Sachsen", Nr. 05100

Der Freistaat Sachsen unterstützt Sie nicht nur dabei, sich eine eigene Existenz als Freiberufler oder mit einem kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) aufzubauen, sondern sich damit auch am Markt zu behaupten und weiter zu entwickeln. Dafür können Investitions-, Betriebsmittel- und Liquiditätshilfedarlehen jeweils bis zu EUR 2,5 Millionen gewährt werden. [...]

Die Darlehen werden auf Basis der Programme "ERP-Gründerkredit – Universell" und "KfW-Unternehmerkredit" refinanziert und durch den Freistaat Sachsen zusätzlich verbilligt.

Investitionsdarlehen

Um Unternehmer und Freiberufler im Wettbewerb zu stärken, stehen Vorhaben im Mittelpunkt, die auf Innovation und Wachstum zielen. Dazu zählen:

  • Gründung einer gewerblichen oder freiberuflichen selbstständigen Existenz, auch durch Erwerb oder durch Eingehen einer tätigen Beteiligung (Als in Existenzgründung befindlich gilt ein Unternehmen, dessen Gewerbeanmeldung beziehungsweise Meldung beim Finanzamt nicht länger als fünf Jahre zurückliegt.) oder durch Unternehmensnachfolge
  • Festigung einer selbstständigen Existenz (ab dem sechsten Jahr nach Existenzgründung)

Welche Kosten können anteilig gefördert werden?

  • Betriebsgrundstücke und Gebäude (Kauf- oder Baukosten einschließlich Baunebenkosten, Grunderwerbs-Nebenkosten)
  • Betriebsausstattung (zum Beispiel Maschinen, Büroeinrichtung, Nutzfahrzeuge)
  • Erwerb eines Unternehmens oder Unternehmensanteils (tätige Beteiligung)
  • Beschaffung beziehungsweise Aufstockung des Warenlagers
  • Immaterielle Investitionen (zum Beispiel Patente, Lizenzen)

Betriebsmitteldarlehen

Welche Ausgaben können anteilig gefördert werden?

  • Sonstige Betriebsmittel

Ein GuW-Betriebsmitteldarlehen kann gesunden kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Sachsen auch helfen, Rentabilitäts- und Liquiditätsprobleme zu überwinden. Für folgende Vorhaben kann die GuW-Förderung als Liquiditätshilfedarlehen gewährt werden:

  • Finanzierung von Forderungsausfällen und verzögerten Forderungen
  • Finanzierung von zusätzlichem beziehungsweise erhöhtem Betriebsmittelbedarf zum Zweck der Umsatzausweitung
  • Verbesserung der Finanzierungsstruktur von Unternehmen, etwa durch Umschuldung von Kontokorrentkrediten und anderen kurzfristig fälligen Passiva (außer Steuern und öffentlichen Abgaben) in längerfristige Verbindlichkeiten

Konditionen

Art der Förderung
Darlehen mit Zinsverbilligung (Anteilsfinanzierung)

Höhe
bis zu 100 % der förderfähigen Kosten

Höchstbetrag
bis zu EUR 2,5 Millionen je Vorhaben

Laufzeiten
Investitionsdarlehen:

  • 5 Jahre, davon maximal 1 Jahr tilgungsfrei
  • bis zu 10 Jahre, davon maximal 2 Jahre tilgungsfrei
  • bis zu 20 Jahre, davon maximal 3 Jahre tilgungsfrei

Bei der Variante mit 20 Jahren Laufzeit müssen mindestens 2/3 der förderfähigen Kosten auf Grunderwerb, gewerbliche Baukosten oder Erwerb von Unternehmen und Beteiligungen entfallen.

Betriebsmitteldarlehen:

  • 5 Jahre, davon maximal 1 Jahr tilgungsfrei
Hinweis: Aufgrund des derzeitigen Zinsniveaus bietet die SAB derzeit nicht alle dargestellten Darlehenslaufzeiten an. Das aktuelle Angebot entnehmen Sie der SAB-Konditionsübersicht.

Zinssatz

  • Festzins für die gesamte Laufzeit
  • bei Darlehen mit einer Laufzeit von über 10 Jahren wahlweise für 10 oder 20 Jahre
  • Zinsverbilligung in beiden Varianten maximal 10 Jahre

Auszahlung
100 %

Zinsverbilligung
in den ersten 5 beziehungsweise 10 Jahren

  • maximal 1,0 % / Jahr für Gründungsvorhaben
  • maximal 0,7 % / Jahr für Festigungsvorhaben

Zinssatz / Konditionen
Ihr Zinssatz wird für Sie individuell anhand des risikogerechten Zinssystems (RGZS) der KfW Bankengruppe ermittelt und jeweils am Tag der Zusage festgelegt.

Sicherheiten

Die Hausbank trägt das volle Risiko. Fehlen Ihnen bankübliche Sicherheiten, können Sie im Rahmen bestehender Förderprogramme Bürgschaften beantragen.

(Bei einer Umfinanzierung bestehender Betriebsmittellinien ist eine Bürgschaft für die Hausbank ausgeschlossen.)

(Details: siehe Förderbaustein / Programmseite der SAB)

Hinweise: 
  • Es besteht kein Rechtsanspruch auf diese Förderung
  • Die GuW-Zinsverbilligung stellt eine De-minimis-Beihilfe dar (Kundeninformationsblatt / Formulare & Online-Dienste) 

Regionalisierung

Ändern

(keine Ortsauswahl erforderlich)

Zuständige Stelle

Leistungsdetails

Voraussetzungen

Antragsberechtigte

  • Existenzgründer (natürliche Personen)
  • kleine und mittlere Unternehmen (KMU) der gewerblichen Wirtschaft
  • Freiberufler (mit Einschränkungen für Heilberufe)

Der Standort, in den investiert oder an dem das Vorhaben durchgeführt wird, muss sich in Sachsen befinden.

Ausgeschlossen ist die Förderung bei

  • Kommanditisten und stillen Gesellschaftern,
  • Umschuldung beziehungsweise Nachfinanzierung bereits abgeschlossener Vorhaben
  • Anschlussfinanzierungen und Prolongationen
  • Energieerzeugungsanlagen, die von der EEG-Förderung begünstigt sind
  • Investitionen in Leasinggüter
  • Treuhandkonstruktionen oder stille Beteiligungen ohne Zusammenhang zu tätigen Beteiligungen
  • Finanzinvestitionen
  • In-Sich-Geschäften (zum Beispiel Erwerb aus dem Eigentum des Ehegatten oder im Rahmen von Vermögensübertragungen)

Beachten Sie auch die Regelungen und Ausschlüsse der De-minimis-Beihilfeverordnung.

Von der Förderung ausgeschlossen sind demnach beispielsweise

  • bestimmte Bereiche der landwirtschaftlichen Produktion, der Fischerei und der Aquakultur
  • der Erwerb von Fahrzeugen für den gewerblichen Straßengütertransport
  • Allgemeine De-minimis-Regel – Kundeninformationsblatt (Formulare & Online-Dienste)

Weitere Voraussetzungen

  • die Investition erfolgt in Sachsen
  • der oder die Antragstellende verfügt über die nötige fachliche und kaufmännische Qualifikation
  • die unternehmerische Tätigkeit dient dauerhaft dem Haupterwerb
  • das Projekt ist finanziell tragfähig

Bei Gründungsfinanzierungen sind die Allgemeinen Bedingungen für die Vergabe von ERP-Mitteln zu beachten.

Verfahrensablauf

Nutzen Sie im ersten Schritt das Beratungsangebot der Sächsischen Aufbaubank – Förderbank – (SAB). Die erforderlichen Formulare beziehen Sie online über Amt24 (Formulare & Online-Dienste) oder über die SAB.

  • Füllen Sie den Antrag aus und reichen Sie diesen mit den erforderlichen Unterlagen bei Ihrer Hausbank ein.
  • Ihr Kreditinstitut leitet den Antrag an die SAB weiter, welche diesen dann bearbeitet.
  • Mit einer Entscheidung können Sie in der Regel nach etwa vier Wochen rechnen, falls Ihre Unterlagen vollständig sind. Haben Sie eine Bürgschaft bei der Bürgschaftsbank Sachsen beantragt, müssen Sie etwa weitere vier Wochen einplanen.
  • Ihre Hausbank und die SAB geben Ihnen Bescheid, wenn das Darlehen bewilligt ist.
  • Das Darlehen rufen Sie über die Hausbank bei der SAB ab. Ihre Hausbank erstellt für Sie das nötige Formular.

Erforderliche Unterlagen

  • Antragsformular
  • Bewertung als kleines oder mittleres Unternehmen (KMU-Bewertung)
  • Nachweis "Erklärung der erhaltenen und beantragten De-minimis-Beihilfen"
  • gegebenenfalls "Sondererklärung" (Antrag auf Bürgschaft / Entlastungszusage)
  • Formular "Gewerbliche Antragsteller" der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)
  • Formular "Statistisches Beiblatt" der KfW

Darüber hinaus können zur Antragstellung weitere Nachweise und Belege nötig sein. Näheres entnehmen Sie den Antragsunterlagen.

Fristen

Beantragung:  v o r  Beginn des Vorhabens

Achtung! Als Vorhabensbeginn gilt beispielsweise bereits der Abschluss eines Kaufvertrages oder die Auftragsvergabe.

Kosten (Gebühren)

Neben den Kreditzinsen können weitere Kosten anfallen, lesen Sie dazu den Darlehensvertrag und die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) Ihrer Bank.

Bereitstellungsprovision

Falls Sie nicht spätestens einen Monat nach Zusage bei der SAB das Darlehen über Ihre Hausbank abrufen, fällt eine Bereitstellungsprovision von 0,25 % pro Monat an (beginnend zwei Bankarbeitstage und einen Monat nach Zusagedatum der SAB).

Freigabevermerk

Sächsische Staatskanzlei, Redaktion Amt24, mit freundlicher Unterstützung durch die Sächsische Aufbaubank – Förderbank – (SAB). 18.06.2018