Krankenkassenbeitrag und Zuzahlungspflicht bei Studierenden

Während des Studiums besteht eine Kranken- und Pflegeversicherungspflicht. Ein Nachweis darüber ist unter anderem bei der Immatrikulation vorzuweisen.

Wie muss ich mich versichern?

Wenn Sie studieren, können Sie bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres beitragsfrei über die Krankenkasse eines Elternteils oder des Ehepartners mitversichert sein (Familienversicherung). Diese Mitversicherung kann um die Dauer von bereits geleisteten gesetzlichen Diensten (Wehr- und Zivildienst) verlängert werden.

Für die Familienversicherung gilt: Das Einkommen des Mitversicherten darf monatlich EUR 415,00 nicht übersteigen – bei einer geringfügigen Beschäftigung (Mini-Job) beträgt das zulässige Gesamteinkommen EUR 450,00. BAföG-Leistungen werden nicht als Einkommen angerechnet.

Und nach dem 25. Geburtstag?

Mit Vollendung des 25. Lebensjahres müssen sich Studierende selbst versichern. Diese Versicherungspflicht besteht grundsätzlich bis zum 14. Fachsemester, längstens bis zur Vollendung des 30. Lebensjahres. Sie sind frei in der Auswahl der Krankenkasse. Der Beitragssatz in der Krankenversicherung beträgt 10,22 % der sogenannten beitragspflichtigen Einnahmen. Daneben kann Ihre Krankenkasse von Ihnen einen Zusatzbeitrag erheben. Der Beitragssatz in der Pflegeversicherung beträgt 2,35 % beziehungsweise 2,6 % für Kinderlose über 23 Jahre. Als beitragspflichtige Einnahmen wird der monatliche Bedarf angesehen, der nach dem BAföG für Studierende festgesetzt ist, die nicht bei ihren Eltern wohnen. 2016 betragen die Beiträge für die studentische Krankenversicherung im Sommersemester EUR 61,01 pro Monat zuzüglich der kassenindividuellen Zusatzbeiträge. In der Pflegeversicherung zahlen Studierende monatlich EUR 14,03. Seit dem 01.08.2016 ist das BAföG höher und somit auch die Beiträge zur studentischen Kranken- und Pflegeversicherung auf EUR 66,33 und EUR 15,25. Für kinderlose Studierende ab 23 Jahre steigt der Beitrag zur Pflegeversicherung von EUR 15,52 im Monat auf EUR 16,87. Studierende, die das 30. Lebensjahr oder das 14. Semester überschritten haben, müssen sich freiwillig versichern.

Zuzahlungen

Auch wenn Sie studieren, müssen Sie bei der Inanspruchnahme von Leistungen aus der gesetzlichen Krankenversicherung Zuzahlungen leisten. Für diese zuzahlungspflichtigen Leistungen ist eine Belastungsgrenze vorgesehen. Diese beträgt zwei Prozent der jährlichen Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt – für chronisch Kranke liegt sie bei einem Prozent. Für Zahnersatz gilt eine besondere Härtefallregelung.

Ansprechstelle

Gesetzliche Krankenversicherung (Krankenkasse)

–> Krankenkassenliste
Datenbank des GKV-Spitzenverbandes

Regionalisierung

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(keine Ortsauswahl möglich)

Leistungsdetails

Voraussetzungen

  • Für alle zuzahlungspflichtigen Leistungen gelten die Belastungsgrenzen von zwei beziehungsweise ein Prozent der jährlichen Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt.
  • Bei der Versorgung mit Zahnersatz liegt eine unzumutbare Belastung vor, wenn das monatliche Bruttoeinkommen zum Lebensunterhalt eine gesetzlich bestimmte Grenze nicht überschreitet. Genaue Informationen erhalten Sie bei Ihrer Krankenkasse nach Vorlage des Heil- und Kostenplanes und Ihrer Einkommensnachweise.

Verfahrensablauf

  • Für jede Zuzahlung bekommen Sie eine personifizierte Quittung (zum Beispiel von Ärzten und Apothekern).
  • Heben Sie diese Quittungen gut auf. Das gilt natürlich auch für die Quittungen Ihres Ehepartners oder Kindes.
  • Wenn die Zuzahlungen Ihre persönliche Belastungsgrenze erreicht haben, sollten Sie sich an Ihre Krankenkasse wenden.
  • Diese prüft dann für Sie, ob Sie für den Rest des Jahres von Zuzahlungen befreit werden können.
  • Stellen Sie schriftlich einen Antrag auf Befreiung von der Zuzahlungspflicht. Das entsprechende Formular erhalten Sie von Ihrer Krankenkasse.

Erforderliche Unterlagen

  • Einkommensnachweise
  • Quittungen für Zuzahlungen
  • gegebenenfalls der Heil- und Kostenplan bei zahnärztlicher Behandlung

Rechtsgrundlage

  • § 5 Sozialgesetzbuch Fünftes Buch (SGB V) – Versicherungspflichtige Personen
  • § 10 SGB V – Familienversicherung
  • § 55 SGB V – Leistungsanspruch Zahnersatz)
  • § 61 SGB V – Zuzahlungen
  • § 62 SGB V – Belastungsgrenze
  • § 186 SGB V – Beginn der Mitgliedschaft
  • § 249 SGB V – Tragung der Beiträge

Freigabevermerk

Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz. 25.10.2017