Sonderpädagogischen Förderbedarf feststellen

Hat eine Schülerin oder ein Schüler Probleme beim Lesen und Schreiben, beim Erarbeiten mathematischer Zusammenhänge und beim selbstständigen Anwenden des Erlernten, kommt eine sonderpädagogische Förderung in Betracht. Dazu muss der individuelle sonderpädagogische Förderbedarf der Schülerin oder des Schülers begutachtet und festgestellt werden.

Das Verfahren zur Feststellung von sonderpädagogischem Förderbedarf wird von dem zuständigen Standort des Landesamtes für Schule und Bildung eingeleitet, wenn Anhaltspunkte einen sonderpädagogischen Förderbedarf vermuten lassen. Das Verfahren kann jederzeit eingeleitet werden. Im Sinne der optimalen Förderung der betroffenen Schüler und auch aus organisatorischen Gründen empfiehlt sich aber der Abschluss der Meldungen bis Ende November beziehungsweise Ende Januar, spätestens aber bis Ende März des laufenden Schuljahres.

Vor Beantragung des Verfahrens zur Feststellung vonsonderpädagogischem Förderbedarf können im Rahmen des Aufnahmeverfahrens die Grundschule, nach Beginn der Schulpflicht die Schule, die der Schüler besucht, oder die Eltern eine Beratung durch den Mobilen Sonderpädagogischen Dienst einer Förderschule beantragen. Die beratenden Lehrer können das Kind in der Kindertageseinrichtung oder den Schüler in der Schule, die es/er besucht, beobachten. Sie können sich mit den dortigen pädagogischen Fachkräften, Klassen- und Fachlehrern über deren Erkenntnisse und Wahrnehmungen beraten und Hinweise zu Fördermaßnahmen geben. Die Eltern sind über die Durchführung der Beratung und die beabsichtigten Maßnahmen zu informieren.

Der sonderpädagogische Förderbedarf wird durch einen vom Landesamt für Schule und Bildung beauftragten Mobilen Sonderpädagogischen Dienst einer Förderschule ermittelt.

Regionalisierung

Ändern

Geben Sie Ihren Wohnort ein:

Zuständige Stelle

Landesamt für Schule und Bildung, Standorte

Leistungsdetails

Verfahrensablauf

Gewöhnlich veranlasst die Schule des Kindes die Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs. Bei Schulanfängern übernimmt die Grundschule, an der das Kind angemeldet wurde, diese Aufgabe.

Eltern können das Verfahren zur Feststellung von sonderpädagogischem Förderbedarf auch selbst auslösen, indem Sie einen Antrag beim zuständigen Standort des Landesamtes für Schule und Bildung stellen.

  • Nachdem das Landesamt für Schule und Bildung das Verfahren eingeleitet und den Mobilen Sonderpädagogischen Dienst einer Förderschule mit der Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs beauftragt hat, nimmt dieser Kontakt mit den Eltern und der meldenden Schule auf.
  • Um den Schüler in seiner gewohnten Umgebung zu erleben, besucht ihn die mit der Ermittlung von sonderpädagogischem Förderbedarf betraute Lehrkraft in der Schule. Sie beobachtet das Kind beim Lernen, Spielen und beim Umgang mit anderen Schülern. In Gesprächen mit den Eltern werden Ängste, Sorgen und Vorbehalte abgebaut. Der Schüler kann probeweise am Unterricht der Förderschule teilnehmen.

Ausschuss unterbreitet Fördervorschläge

Der Mobile Sonderpädagogische Dienst bildet zur Ermittlung des sonderpädagogischen Förderbedarfs einen Förderausschuss. Diesem gehören ein Vertreter der bisher besuchten Schule, ein mit der Diagnostik beauftragter Lehrer sowie mindestens ein Elternteil und in der Regel der betroffene Schüler selbst an.

Dem Förderausschuss können auch ein Schulpsychologe der Schulpsychologischen Beratungsstelle und ein Vertreter des öffentlichen Gesundheitsdienstes angehören. Der Förderausschuss kann einen Vertreter der örtlichen öffentlichen Jugendhilfe, einen Vertreter des örtlichen Trägers der Sozialhilfe sowie mit Einwilligung der Eltern Personen anhören, die zur bisherigen Entwicklung des Schülers aussagekräftig sind.

  • Die Ergebnisse aus den Gesprächen, Beobachtungen, Hospitationen und Befragungen fließen in das förderpädagogische Gutachten ein.
  • Der Förderausschuss unterbreitet entsprechende Fördervorschläge, die sich an den Stärken des Schülers orientieren.

Feststellung des Förderbedarfs

Auf Grundlage des Gutachtens, insbesondere der enthaltenen Fördervorschläge, stellt der zuständige Standort des Landesamtes für Schule und Bildung den sonderpädagogischen Förderbedarf des Schülers fest. Er berät die Eltern darüber, welche Form der sonderpädagogischen Förderung geeignet ist, in welcher Schulart und in welcher Schule dem individuellen sonderpädagogischen Förderbedarf des Schülers am besten entsprochen werden kann. Dies kann die inklusive Unterrichtung in einer anderen allgemeinbildenden Schule oder die Aufnahme in eine Förderschule sein.

Mitteilung an die Eltern

Am Ende des Verfahrens zur Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs erhalten die Eltern einen Bescheid des Standortes des Landesamtes für Schule und Bildung. Er enthält die Entscheidung über den sonderpädagogischen Förderbedarf, Vorschläge zur Förderung sowie gegebenenfalls die Empfehlung für eine konkrete Schule.

Fristen

keine

Hinweis: Das Verfahren kann jederzeit eingeleitet werden. Im Sinne der optimalen Förderung der betroffenen Schüler und auch aus organisatorischen Gründen empfiehlt sich aber der Abschluss der Meldungen bis Ende November beziehungsweise Ende Januar, spätestens aber bis Ende März des laufenden Schuljahres.

Rechtsgrundlage

Freigabevermerk

Sächsisches Staatsministerium für Kultus. 31.07.2018