Tätigkeit mit Krankheitserregern, Erlaubnis beantragen

Erlaubnis für Tätigkeiten mit Krankheitserregern nach § 44 Infektionsschutzgesetz (IfSG)

Wer Krankheitserreger nach Deutschland verbringen, ausführen, aufbewahren, abgeben oder mit ihnen arbeiten möchte, benötigt dazu gemäß Infektionsschutzgesetz (IfSG) eine Erlaubnis der zuständigen Behörde. Diese muss beantragt werden.

Als Krankheitserreger gelten vermehrungsfähige übertragbare Viren, Bakterien, Pilze, Parasiten und Ähnliches, die bei Menschen eine Infektion oder übertragbare Krankheiten verursachen können.

Ausnahmen von der Erlaubnispflicht gelten für Ärztinnen und Ärzte, Tierärztinnen und Tierärzte, Zahnärztinnen und Zahnärzte für bestimmte mikrobiologische Untersuchungen sowie für bestimmte Verfahren wie beispielsweise Sterilitätsprüfungen. Wer unter Aufsicht von Personen, die eine Erlaubnis haben oder von der Erlaubnispflicht ausgenommen sind, arbeitet, braucht ebenfalls keine Erlaubnis.

Einheitlicher Ansprechpartner

Für dieses Verfahren können Sie den Service des Einheitlichen Ansprechpartners in Anspruch nehmen. Dieser begleitet Sie durch das Verfahren, übernimmt für Sie die Korrespondenz mit allen für Ihr Anliegen zuständigen Stellen und steht Ihnen als kompetenter Berater zur Seite.

Onlineantrag und Formulare

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Zuständige Stelle

Landesdirektion Sachsen, Referat 21

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Leistungsdetails

Voraussetzungen

Die Erlaubnis können Personen erhalten, die

  • die erforderliche Sachkenntnis besitzen und
  • sich in Bezug auf die Tätigkeiten, für deren Ausübung die Erlaubnis beantragt wird, als zuverlässig erwiesen haben. 

Die erforderliche Sachkenntnis wird durch einen Hochschulabschluss der Medizin, Tiermedizin oder Pharmazie beziehungsweise eines anderen naturwissenschaftlichen Studiums mit mikrobiologischen Inhalten sowie eine mindestens zweijährige hauptberufliche Tätigkeit mit Krankheitserregern erfüllt.

Eine andere mindestens zweijährige hauptberufliche mikrobiologische Tätigkeit wird anerkannt, wenn dadurch eine gleichwertige Sachkenntnis erworben wurde.

Verfahrensablauf

Sie müssen die Erlaubnis schriftlich bei der zuständigen Stelle beantragen.

Hinweis: Wenn Sie die Voraussetzungen für die Erteilung der Erlaubnis nur zum Teil erfüllen, kann Ihnen eine eingeschränkte Erlaubnis, beispielsweise auf bestimmte Tätigkeiten oder bestimmte Krankheitserreger beschränkt, erteilt werden.

Erforderliche Unterlagen

  • Ausbildungsnachweise (zum Beispiel Zeugnisse, Diplomurkunde, Promotionsurkunde, Approbationsurkunde) im Original oder als beglaubigte Kopie
  • bei naturwissenschaftlichen Studiengängen: Abschlusszeugnis und Nachweis mikrobiologischer Studieninhalte
  • kurzer beruflicher Lebenslauf
  • Angaben zum bisherigen Umfang der Arbeit mit humanpathogenen Krankheitserregern unter Angabe der Risikogruppe
  • Bescheinigung über die zweijährige hauptberufliche Tätigkeit mit Krankheitserregern
  • Nachweis der Zuverlässigkeit:
    • bei Selbstständigen: Führungszeugnis
    • bei Angestellten: Beurteilung der Arbeitgeberin oder des Arbeitgebers

Kosten (Gebühren)

Rechtsgrundlage

Freigabevermerk

Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz. 25.10.2017